Frau Dr. med. Maria Studer ist Fachärztin für Chirurgie und praktiziert gemeinsam mit Herrn Dr. med. Andreas Z’Brun seit Oktober 2017 in der Gefäßpraxis Z’Brun in Bern in der Schweiz. Während Ihrer Berufslaufbahn hat sich Frau Dr. Studer vermehrt auf die Behandlung von Venenleiden spezialisiert. Die Weiterbildung für endovenöse thermische Ablation von Stammvenen hat Frau Dr. Studer bei Prof. Dr. med. Enzler in Feldmeilen/ Zürich mit der ELVeS® Radial® Lasertherapie der biolitec® absolviert.

 

  • Gibt es eine Möglichkeit für Patienten selbst zu erkennen, ob sie Krampfadern haben und ob diese behandelt werden müssen, sozusagen einen „Venen-Check“?

Geschwollene Beine sowie ein Schweregefühl nach längerem Stehen oder Sitzen können erste Anzeichen für eine Venenerkrankung sein. Häufig sind auch oberflächliche Seitenäste oder grosse Besenreiser direkt unter der Haut zu sehen. Diese äusseren Krampfadern können zu Juckreiz und einem Stauungsekzem führen (trockene, schuppige Haut). Typische Hautveränderungen mit vielen Besenreisern an der Fussinnenseite (Corona phlebectatica paraplantaris) und braune Verfärbungen an den Unterschenkelinnenseiten finden sich bei einem fortgeschrittenen Venenleiden. Eine nicht heilende Wunde (Ulcus cruris) meist am Innenknöchel beschreibt das Endstadium der Erkrankung. Bei einzelnen oder mehreren dieser Beschwerden sollte zuerst der Hausarzt informiert werden, der dann im Bedarfsfall an einen Facharzt überweist. 

  • Kann man vorbeugend etwas tun, damit Krampfadern gar nicht erst auftreten?

Die Ursache von Krampfadern sind meist genetisch und somit nur wenig beeinflussbar. Schwangerschaften, Übergewicht und zunehmendes Alter erhöhen das Risiko, Krampfadern zu bekommen.

Grundsätzlich kann man jedoch sagen: „Laufen und Liegen ist gut, Sitzen und Stehen ist schlecht.“ Integrieren Sie das Laufen in Ihren Alltag. Nehmen Sie z.B. die Treppe statt den Lift, gehen Sie kurze Strecken zu Fuß statt mit dem Auto zu fahren. Bewegung wirkt sich insgesamt positiv auf Ihr Wohlbefinden aus, nicht nur auf Venenerkrankungen.

 

  • Viele Menschen sehen in Krampfadern nur ein kosmetisches Problem. Können Krampfadern auch gefährlich werden? – Wann müssen Krampfadern behandelt werden?

Besenreiser (kleine oberflächliche Venen in der Haut) sind kosmetisch störend und haben meist keinen Krankheitswert. Krampfadern jedoch können durch die chronische Stauung über viele Jahre zu Hautveränderungen bis hin zum „offenen Bein“ führen. Langfristig empfehle ich darum immer eine fachärztliche Abklärung. Je nach Ausprägung der Erkrankung kann dann gemeinsam besprochen werden, ob und was für eine Therapie für den Patienten sinnvoll ist.

 

  • Sie wenden hauptsächlich die ELVeS® Radial® Lasertherapie an. Kann diese Methode bei jedem Patienten angewendet werden?

Die ELVeS® Radial® Lasertherapie eignet sich für die Therapie der Stammvenen, die meist der Ursprungsort für äusserlich sichtbare Krampfadern sind. Diese Stammvenen verlaufen grösstenteils innerhalb einer Faszie (Muskelhülle, intrafaszial) und haben einen gewissen Abstand zur Haut. Seitenäste, die dicht unter der Haut liegen, sollten nicht mit dem Laser behandelt werden, da die Hitzeentwicklung die Haut schädigen kann.

Bei meinem Patienten verwende ich häufig eine Kombination mehrerer Verfahren: Die Stammvenen oder geradlinig verlaufende Rezidivvenen werden mit der ELVeS® Radial® Lasertherapie verschlossen, geschlängelte tiefer liegende Anteile werden mit Schaumsklersierung verödet und oberflächliche Seitenäste können mittels Phlebektomie (Häkchenmethode) entfernt werden.

Alle Verfahren werden in Lokalanästhesie durchgeführt und erfolgen in der gleichen Sitzung.

 

  • Welche Vorteile sehen Sie in der Lasertherapie?

Die Vorteile der Lasertherapie gegenüber der offenen Chirurgie (Stripping) sind vielfältig. Da es sich um ein minimal-invasives Verfahren handelt, sind keine großen Schnitte notwendig und es entsteht ein sehr schönes kosmetisches Ergebnis. Die Behandlung ist schmerzarm und kann ambulant in der Praxis durchgeführt werden. Durch die kurze Erholungszeit ist eine schnelle Rückkehr in den normalen Alltag möglich.

Mit der Doppelring-Technologie (ELVeS® Radial® 2ring) kann der defekte Venenabschnitt punktgenau behandelt werden. Durch das Variieren der Energie können auch grössere Venen perfekt verschlossen werden.

Blutverdünnende Medikamente müssen für die Lasertherapie nicht gestoppt werden, da lediglich eine Punktion der Venen notwendig ist.

 

  • Findet die ELVeS® Radial® Lasertherapie-Behandlung direkt in Ihrer Praxis statt?

Ja, alle Schritte der Behandlung, von der Abklärung über die Laserbehandlung selbst bis zur Nachkontrolle (1 Woche nach der Behandlung) finden in unserer Praxis statt. Gemeinsam mit dem Patienten vereinbaren wir gerne einen Termin. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 1-2 Stunden, je nachdem ob ein oder beide Beine therapiert werden. Zur Kontrolle des langfristigen Heilungsprozesses vereinbaren wir nach ca. 3-6 Monaten einen Abschlusstermin.

 

  • Muss eine Behandlung privat bezahlt werden oder übernimmt diese die Grundversicherung der Krankenkasse?

Die Vor- und Nachuntersuchungen mittels Ultraschall sowie die Lasertherapie (auch in Kombination mit Sklerosierungen und Phlebektomien von Krampfadern) werden von der Grundversicherung der Krankenkasse in der Schweiz übernommen. Patienten zahlen lediglich den üblichen Selbstbehalt, dabei ist die Höhe Ihrer Franchise zu beachten.

Die Laserbehandlung von Venenleiden (endovenöse Thermoablation) wird erst seit dem 01.01.2016 von der Krankenkasse übernommen. Dies zeigt die deutliche Aufwertung des Verfahrens durch den Gesetzgeber und Anpassung an das Vorgehen in unseren Nachbarländern. Falls die Krankenkasse dennoch eine Kostengutsprache (Bescheid für Kostenübernahme durch Krankenkasse) verlangt, fordern wir diese gerne für unsere Patienten ein.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.gefaesspraxis-bern.ch.